Das Teppichknüpfen zählt mittlerweile zu einem der ältesten Kunsthandwerken der Menschheit. Einige Knüpftraditionen sind so alt, dass sie seit 2010 von der UNESCO als menschliches Kulturerbe geschützt werden.

Die Funktion des Teppichs geht weit über die, des Bodenbelages hinaus. In vielen Kulturen findet der Teppich auch Verwendung als Raumtrenner, Wanddekoration oder als Schmuckdecke

Der Ursprung des Teppichknüpfens geht vermutlich auf die Nomadenstämme in den Steppen Zentralasiens zurück. Hier diente der Teppich als Schutz gegen kalte Winter und war diesbezüglich auch geeigneter als Tierfelle, die bis zu diesem Zeitpunkt als Schutzfunktion gegen die Kälte dienten. Zusätzlich stellten sie eine hübsche Ausschmückung der Wohnzelte dar. Auch die Viehhaltung konnte von den geknüpften Teppichen profitieren. So musste das Tier nicht mehr getötet werden, die Wolle der Tiere konnte aber für die Herstellung verwendet werden.
Zu dieser Zeit bestanden die einfachsten Webstühle aus zwei, im Boden befestigten Holzbalken. Zwischen den Balken wurde eine Kette aufgespannt. Die Webstühle konnten so einfach zusammengeklappt und auf die weitere Reise mitgenommen werden. Auch heute noch werden die Webstühle in dieser Art verwendet.
Durch die vergänglichen Materialien, die bei der Herstellung der Vintage Teppiche verwendet werden, haben Archäologen Probleme, gut erhaltene Exemplare zu finden. Der Insektenanfälligkeit, Umweltbedingungen und Abnutzung zuschulden kommend, überlebten viele der Teppiche die Jahrhunderte nicht.
Bereits auf den Keilschrifttafeln, dem ältesten Schriftsystem der Welt, wurde die Herstellung der Teppiche erwähnt. Da Teppiche jedoch weitaus jünger sind, als schriftlich festgehalten, gestaltet sich die Frage nach dem Ursprungsort äußerst schwer.
Auch in Rom und dem antiken Griechenland konnte die Nutzung der Teppiche nachgewiesen werden. Im antiken Südeuropa und in Persien, entwickelte er sich immer mehr zu einem Statussymbol. Die Teppiche bestanden zu dieser Zeit fast alle noch aus Wolle und konnten eine Feinheit von 4500 Knoten pro Quadratmeter aufweisen.
Mit der Eroberung chinesischer Gebiete im 2. Jahrhundert, hinterließen die Zentralasiaten in manchen Gebieten die Tradition des Teppichknüpfens. Zur gleichen Zeit wurde die Seidenstraße von buddhistischen Mönchen bereist, welche ihre eigenen Teppiche mit nach China brachten. So verbreitete sich die Kunst des Teppichknüpfens in vielen weiteren Gebieten und die Verwendung der modernen Teppiche wurde immer populärer.

Die Knüpftechnik

Die geschickte Art der Teppichproduktion, die Knüpfkunst, entwickelte sich im zentralasiatischen Raum. Die Herstellung geknüpfter Teppiche ist im Gegensatz zu gewebten Teppichen deutlich aufwendiger und komplizierter. Außerdem sind geknüpfte orientalische Teppiche belastbarer und stabiler.
Die zwei bekanntesten und dominierenden Arten von Knoten im Orient sind der, Senne-Knoten und der türkische Ghirdes-Knoten. Diese Techniken werden auch in China, Nordafrika und dem Kaukasus angewandt. Neben diesen Knüpftechniken existieren noch weitere, wie der tibetische oder der marokkanische Knoten, welche heute aber weniger zum Einsatz kommen.
Bereits in der Antike zählten die Knüpfteppiche zu den Luxusprodukten der reichen Viehzüchter. Es wurde zwischen einfachen Alltagsteppichen unterschieden, die sich jeder leisten konnte und wertvollen, repräsentativen Teppichen.
Der Wert eines Orientteppichs ergibt sich aus der Anzahl der geknüpften Knoten, dem Alter, der Herkunft du den verarbeiteten Materialien. Die Echtheit eines Orientteppichs lässt sich durch die Rückseite feststellen, welche im Vergleich zu maschinell hergestellten Teppichen anders aussieht. Die handgeknüpften Knoten sind viel feiner und genauer als die Arbeit einer Maschine.

Die ersten erhaltenen Teppiche

Das älteste Fragment eines Teppichs, ohne erkennbares Muster, belegt das Knüpfhandwerk in der Mongolei schon um 600 v. Chr.
1947 wurde der älteste und bekannteste Teppich in Sibirien ausgegraben. Er wurde nach seinem Fundplatz, Gorny-Altai-Teppich, oder Pazyryk-Teppich, benannt. Vermutlich wurde der Teppich im 5 Jahrhundert v. Chr., in Persien oder Armenien hergestellt. Der geknüpfte Teppich konnte nur so gut erhalten aufgefunden werden, da er in einem großen Eisblock eingefroren war. Das skythische Prinzengrab, in dem der Vintage Teppich aufgefunden wurde, war vollständig geplündert und geflutet worden. Heute befindet sich der bekannteste Teppich in der Ermitage, Sankt Petersburg.
Mit 360.000 Knoten pro Quadratmeter und einer Größe von 183x200 cm, hat der Teppich mehr Knoten als die meisten modernen Teppiche. Das Muster zeigt einen reitenden Krieger, eine Prozession mit Hirschen und in der Mitte ein Rosenmotiv. Durch Insekten, Pflanzen und Kermesit konnten die Farbpigmente für den Teppich gewonnen werden.
Teppichfragmente aus Ostturkestan und Lop Nor, belegen den Reichtum an Varianten noch jüngerer Teppiche. Auch König Chosrau I , persischer Großkönig von 531 bis 579, soll einen mit Juwelen und Seidenstoffen verzierten, Tonnen schweren Teppich besessen haben.
Die Nutzung der Teppiche konnte auch für Rom und das antike Griechenland nachgewiesen werden. Im antiken Südeuropa und in Persien, hatte sich der Teppich zu einem Statussymbol entwickelt. Die Teppiche bestanden zu dieser Zeit fast alle noch aus Wolle und konnten eine Feinheit von 4500 Knoten pro Quadratmeter aufweisen.
Der im 15. Jahrhundert geknüpfte Teppich aus der Türkei, ist heute im historischen Museum in Stockholm zu sehen. Als kostbarstes Stück des Stockholmer Museums zählt aber der Jagdteppich aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Vermutlich kam der Teppich durch den Fürsten von Holstein-Gottorp nach Schweden.

Der Orientteppich

Orientteppiche sind immer noch moderne Teppiche, welche vor allem im Orient geknüpft und gewebt werden.
Die orientalische Teppiche werden im gesamten Nahen, Mittleren bis zum Fernen Osten hergestellt. Dieses Gebiet wird auch als "Teppichgürtel" bezeichnet und erstreckt sich von Marokko über Nordafrika bis nach Zentralasien.
Qualitativ bestehen große Unterschiede zwischen den Teppichen und auch die Optik und Form kann stark variieren. Wolle, Seide oder Ziegenhaar sind gängige Materialien für die Herstellung des wertvollen Teppichs. Auch die Größe der Teppiche geht von kleinen, nicht größer als ein Papiertaschentuch großen, Teppichen bis hin zu Teppichen, die mit 1000 Quadratmetern die Paläste schmücken.
Mit fast 6000 Quadratmetern ist der im Iran hergestellte, von handgeknüpfte Vintage Teppich, der größte der Welt. 45 Tonnen Wolle und Baumwolle wurden bei diesem Teppich für die Verarbeitung benötigt.
Die immer noch modernen Teppiche werden unterteilt nach den heutigen Landesgrenzen. Es gibt unter anderem berühmte Vintage Teppiche aus Persien, Turkmenistan, Afghanistan und dem heutigen Iran.
Der klassische, moderne Teppich wie wir ihn kennen, entstand erst im 18. Jahrhundert. Obwohl der Teppichmarkt im 19. Jahrhundert völlig zusammengebrochen war, konnte er sich zu Anfang des 20. Jahrhunderts wieder etablieren. Auch in Indien, der Türkei und China erhöhte sich der Produktionsanstieg der Teppiche, weshalb heute auf dem Markt, hauptsächlich orientalische Teppiche des 20. Jahrhunderts zu finden sind. Die Orientteppiche sind immer noch moderne Teppiche, die jeder kennt und die eine sehr lange und traditionelle Geschichte hinter sich haben.

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